Sind E-Books nichts wert?

      Sind E-Books nichts wert?

      Autorin Arwyn Yale hat sich in einem Artikel auf ihrem Blog die Frage gestellt, wo die E-Book-Verramsch-Mentalität noch hinführen soll. Anlass war die Bewertung einer Kundin, die einen Bewertungsstern abgezogen hat, weil der (mindestens 150 Seiten umfassende) Roman ihr für 2,99 € zu teuer war.

      "Aber ich will auch, [...] dass er [der Leser] die Angst spürt, die der Protagonist durchlebt. Er soll mitfühlen, mitfiebern und mitleiden. Und am Ende natürlich möglichst zufrieden das Buch zuklappen. Oder eben den Reader ausschalten. All das ist zeitaufwendig und erfordert viel Hingabe und Konzentration. [...] ich möchte weiterhin Spaß am Schreiben haben. Und deswegen wäre ich froh, wenn sich Leser bewusst darüber werden, dass auch in E-Books eine Menge Arbeit steckt, die angemessen bezahlt werden will." (bit.ly/1nHruHH)

      Wie seht ihr den Hang zu 0,99 € und Gratis-E-Books?

      Ich denke, dass es hier ein Umdenken für die Zukunft geben sollte, indem das E-Book nicht noch stärker ein Medium 2. Klasse wird.
      Die Geiz ist geil-Mentalität hält leider auch in der Literatur einzug.
      Ich bin gegen ein Verramschen von e-Books. Die Leute müssen endlich kapieren, dass das Schreiben einer Geschichte ein kreativer Akt ist, der nicht mal nur so in fünf Minuten abgehandelt ist.
      Der Selfpublisher wird sicher nie reich werden, wenn er das Schreiben wirklich nur als schönes Hobby sieht. Aber wenn man damit dann an die Öffentlichkeit geht - nach hundertmaligem Überarbeiten und Nächten voller Selbstzweifel - ist ein Preis von 2,99 als kleine Anerkennung für den Autor anzusehen - und ist sicher nicht zu viel.
      Gedruckte Werke kosten im Buchhandel ein Vielfaches mehr. Wem 2,99 für ein paar unterhaltsame Stunden zu viel sind sollte sich auf das Lesen von Inhaltsangaben auf Tütensuppen beschränken, oder Kieselsteine auf dem Feldweg sammeln. Das kostet nämlich nichts!
      Natuerlich sollte das E-Book einen hoeheren Stellenwert und vor allem einen messbaren Standard haben. Aber welchen? Und wie soll der Standard und somit ein Stellenwert festgelegt bzw. erreicht werden? Wenn ich durch die lange Liste der E-Books gehe, sehe ich einfach viel zu haeufig, dass heutzutage alles, und ich meine es buchstaeblich, alles veroeffentlicht wird. Das sich hin und wieder Schreibfehler in die Romane einschleichen, sollte verstaendlich sein. Wenn ich aber einen schriftlichen Ausdruck erlebe, der so furchtbar ist, dass ein Satz oder ganzer Absatz einfach keinen erklaerbaren Sinn macht, habe ich ein grosses Problem. Wenn ich dazu sehe, dass ein E-Book oftmals nur wenige Seiten hat, aber um die €10 und mehr kosten soll, verstehe ich die potentiellen Leser, die abgesehen von namhaften Autoren, kein Geld fuer ihrer Meinung nach „Schund“ ausgeben wollen. Dass darunter sicherlich gute Autoren leiden, die Ihre E-Books mit hunderten Seiten zu aeusserst guenstigen Preisen anbieten, die mit Herzblut an ihre Arbeit gehen und in erster Linie ihren Lesern ein qualitativ hochwertiges Buch anbieten, geht leider beim Spargedanken der Leser unter.

      Solange keine Qualitaetspruefung und Auswahl der eingereichten Manuskripte stattfindet, wird das E-Book wahrscheinlich ein Ramschgut bleiben. Leider!

      Ein anderer Punkt, der mir auf den Magen schlaegt, ist die „Gefaelligkeitsbewertung“ von Buechern. Ich bin auf verschiedenen Foren angesprochen worden, ob ich nicht Buecher positiv bewerten wuerde, und im Gegenzug wuerde man auch meine Buecher positiv bewerten! Ich schreibe regelmaessig zurueck, dass ich fuer eine solche Unsitte nicht zur Verfuegung stehe. Weder will ich mit meinem Namen ein eventuell schlechtes Buch bewerten, noch moechte ich von jemand mit zweifelhaftem Namen meine Buecher bewertet bekommen. Dass ich dadurch sicherlich auf Verkaeufe verzichten muss, sehe ich ein. Aber damit kann ich alle Male leben. Ich sehe meine Schreibere als etwas Ernstes an und verzichte lieber auf ein paar Verkaeufe als am Ruin eines bereits kranken Bewertungssystems mitzuwirken! So what?

      Ebenso sind auch Mitarbeiter von „Verlagen“ an mich herangetreten, die mich baten einen Beitrag z. B. fuer Blogs zu schreiben, was ich tat. Doch danach bekam ich den „Wunsch“ angetragen, doch meinen Beitrag noch einmal zu ueberarbeiten, weil unter anderem der „Verlag“, obwohl nicht Thema des Beitrags, nicht im Vordergrund stand und somit nicht so gut zur Geltung kaeme! Daraufhin habe ich besagte Projekte abgelehnt und eingestellt.

      Ich will damit zum Ausdruck bringen, dass in erster Linie viele Autoren, aber auch Verlage selbst zu einem grossen Teil Mitschuld sind, dass das E-Book zurzeit noch nicht den hohen Stellenwert hat, den es eigentlich verdient haette!

      Viele Gruesse,
      Daniel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Daniel“ ()

      Nein E-Books, sind per se (fast) nichts wert.
      Die Kosten für Lagerung, Transport, Druck usw. entfallen oder gehen gegen Null.
      Wie lange jemand braucht um ein gutes Manuskript zu schreiben interessiert auch niemanden.
      Genauso wenig ob er davon sich und seine Familie ernähren kann.
      Von all diesen Vorstellungen muss man sich trennen.
      Autoren sind Freiberufler ohne Netz und doppelten Boden.
      Es interessiert auch niemanden ob dein Buch "gut" ist, ja sogar nobelpreisverdächtig!
      Für all dies zahlen Leser keinen Obulus. Wie viele hervorragende Künstler wurden erst posthum bekannt, deren Werke erfolgreich und sie selbst sind in bitterster Armut gestorben?
      Ein Sprichwort besagt: "Eine Sache ist so viel wert, wie irgend ein Idiot bereit ist dafür zu zahlen."
      Das klingt hart, aber wenn jemand meint, dass sein Werk nicht für 99 Cent verramscht werden sollte/darf: Dann mache es doch einfach nicht!
      Das Schöne an unserer Marktwirtschaft ist ja eben, dass du den Preis für deine "Ware" selbst festlegen kannst.
      Wenn du gutes Marketing betreibst, dein Manuskript tatsächlich einen kulturellen Mehrwert für eine interessierte Gruppe bietet - dann werden sie es auch für 5,99€ oder 12,45€ kaufen.
      Rumjammern über die anderen die ihre E-Books verramschen/verschenken oder die geizigen Leser bzw. potentiellen Käufer zu beleidigen bringt gar nichts und ist auch vollkommen verkehrt.
      Dein Werk- Dein Preis - Dein Marketing - Deine Verantwortung. Wenn es nicht klappt, ist niemand sonst für Mißerfolg verantworlich.
      Stattdessen:
      Baue dir eine Community auf, stell dein Buch überall vor. Verschenk und verschick (gedruckte!) Exemplare an Redaktionen, Radiosender, Rezensionsblogs,Foren usw. Die ganze Palette eben.
      Man bringt auch kein Kind auf die Welt, gibt es im Hort ab und wartet 30 Jahre bis es als Doktorand wieder nach Hause kommt. DU MUSST WAS DAFÜR TUN.

      Der Preis den du nehmen kannst, ergibt sich auch aus Angebot und Nachfrage. Erzeuge diese Neugier=Nachfrage.
      Erfreulicherweise sieht man das in den USA ganz anders. Dort ist mir sogar die Einstellung begegnet, ein Ebuch, das für 2 Dollar verramscht werde, könne auch nichts wert sein, denn gute Bücher hätten eben ihren Preis. Hier muss sich das wohl noch durchsetzen.
      Gestern im Rewe Markt:

      Fifty Shades of Grey

      Grabbeltisch

      608 Seiten

      3,99 Euro

      Für ein gedrucktes Buch das erst vor kurzem heraus kam und auf Platz 1 stand.

      Wie will man da einem Leser vermitteln dass das E-Book nicht wesentlich günstiger sein kann/muss obwohl es ein Topseller ist?

      Belletristik halt...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Marcel“ ()

      er Selfpublisher wird sicher nie reich werden, wenn er das Schreiben wirklich nur als schönes Hobby sieht. Aber wenn man damit dann an die Öffentlichkeit geht - nach hundertmaligem Überarbeiten und Nächten voller Selbstzweifel - ist ein Preis von 2,99 als kleine Anerkennung für den Autor anzusehen - und ist sicher nicht zu viel.Ebenso sind auch Mitarbeiter von „Verlagen“ an mich herangetreten, die mich baten einen Beitrag z. B. fuer Blogs zu schreiben, was ich tat. Doch danach bekam ich den „Wunsch“ angetragen, doch meinen Beitrag noch einmal zu ueberarbeiten, weil unter anderem der „Verlag“, obwohl nicht Thema des Beitrags, nicht im Vordergrund stand und somit nicht so gut zur Geltung kaeme! Daraufhin habe ich besagte Projekte abgelehnt und eingestellt.

      Viele Gruesse

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Matthias“ ()

      Ich finde, dass E-books wesentlich leichter zu transportieren sind, als ein Buch, gerade, wenn ich an die vielen Stunden Bahnfahrt zur Arbeit und beim Arzt denke und durch das SP braucht man heute nicht unbedingt einen Verlag (okay mit Einschränkung, wegen Korrektorat und Lektorat) und was noch viel wichtiger ist, man umgeht damit auch die DKZV, gerade, weil es auch das Print on Demand gibt.

      Aber zum Thema,ob E-books nichts wert sind - nun da kann man geteilter Meinung sein - sicher sind kostenlose E-Books zu einem Teil ein Marketing-Werkzeug um seinen Namen bekannter zu machen, aber steckt auch nicht da "Arbeit" dahinter?, wenn jemand sagen wir mal 20 E-Books für 0,00 anbietet, dann finde ich handelt es sich nicht mehr um eine "Werbeaktion" sondern spielt gerade diesen Gedanken, dass "E-books nichts wert sind" in die Karten, was m.E. dazuführt, dass diese "Geiz ist geil"-Mentalität fördert und den "Markt" für E-books entsprechend verschiebt.

      LG Martina
      Naja, einiges davon finde ich nicht durchdacht.
      So ist ja nicht nur der Preis ein Kriterium für die Einnahmen, sondern auch die vom Autor erwarteten Stückzahlen.
      Bei einem Buch über z.B. die Unterwasserwelt der Antillen, wird man eher eine kleine Leserschaft ansprechen, bei einem Vampir-Werwolf-Girlie Roman mit Fortsetzungen rechnet man wohl mit höheren Auflagen.
      Also erst mal den Zeitaufwand usw kalkulieren und ausrechnen, was man mit dem Titel verdienen möchte, dann durch die halbwegs realistische Auflage teilen. Das Ganze am besten bevor man das Buch schreibt oder veröffentlicht.
      Ansonsten wird niemand gezwungen ein Buch oder e-book für 99 Cent anzubieten. Wenn dein Buch gut ist und/oder die Menschheit es lesen will, zahlen die auch wesentlich mehr dafür.
      Wer sein Buch über den Preis verkaufen will, der macht etwas verkehrt. Es gibt tonnenweise gute Bücher auf dem Markt. Das allein kann es nicht sein.

      OT: Wieso haben denn alle auf einmal so wenige Beiträge im Profil stehen?
      Hallo Marcel,

      und ich dachte schon, dass ich hier zum Alleinunterhalter werde, ;( :whistling:

      Ich denke, dass die Kernfrage eigentlich ist, ob ich mit dem Schreiben Geld verdienen möchte und damit meine Existenz sichere oder ob ich nur weil es andere auch machen mitziehen müsse. Und ehrlich gesagt, wenn man über die Unterwasserwelt der Antillen schreibt, dann sollte man doch wenigstens einmal dort getaucht sein - google earth gibt das meines Erachtens nicht her. ;(
      Sicher ist Mainstream eine andere Sache - doch auch da sollte es möglich sein, sich nicht unter Wert zu verkaufen. Gerade "Neueinsteiger" haben mit dieser Kalkulation Schwierigkeiten einerseits glauben Sie den Bestseller überhaupt geschrieben zu haben - andererseits holt die Realität sie schnell ein und dann geht das experimentieren los. Sicherlich macht man bei 0,99 € über die Masse einiges - ich habe aber auch schon ebook -Rezis gelesen, wo die Werke (um Leser zugewinnen) zuerst 0,00€ gekostet haben und über 500 Seiten hatten und durchaus (für meine Begriffe) gut geschrieben waren, das selbst das zu teuer war - ob das letztlöich nur Fake-Rezi (Neid-Rezis) waren will ich hier jetzt mal außen vorlassen.

      Oder andersrum die Frage gestellt, würdes du für 0,99€ arbeiten gehen, wenn du Fahrkarte etc brauchst.

      OKAY jeder muss das für sich selbst entscheiden, jedoch kann man darauf sensibilisieren
      Lieben Gruß
      Martina

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „martinamalenke“ ()

      Ach ja, immer das gleiche Gejammer. Meine Bücher sind sooo gut, aber werden nicht ausreichend honoriert! ;( ;(
      Der Beitrag von Herrn Hensel fragt aus der falschen Richtung, wenn er sich an die Autoren wendet: "Was ist DIR dein Buch wert?" Den Lesern ist es herzlich egal, welche Erwartungen der Autor hat. Die haben ihre eigenen Vorstellungen, stehen vor einem riesigen Angebot und müssen sich entscheiden, was sie kaufen wollen. Der Preis spielt dabei nur eine Rolle unter vielen. Was mindestens so viel zählt: Titelbild, Teaser, Leseprobe. Wenn das Titelbilder amateurhaft aussieht, der Teaser langweilig formuliert wurde und die Leseprobe mehrere Schreibfehler enthält, dann lädt das potenzielle Publikum das E-Book nicht mal gratis runter. :thumbdown:

      Hensel schreibt: "Geschichten können nur erzählt werden, wenn es AutorInnen gibt, die es sich auch aus finanzieller Sicht leisten können, die Zeit aus ihrem normalen Alltag zu nehmen. Nur dann kann es Bücher geben."
      Nö, stimmt nicht. Bücher gibt es, weil Menschen das Bedürfnis haben, welche zu schreiben.
      Hensel weiter: "Wenn Literatur zum Ramschobjekt wird, kann es für AutorInnen, die davon leben möchten, sich für euch Geschichten auszudenken, nur noch darum gehen, wie man den breitesten Massengeschmack bedient und verzweifelt Trends hinterher läuft, um überhaupt etwas zu verdienen."
      Wenn ein Autor von seinem Schreiben leben will, muss er sich nach dem Markt richten. Das muss jeder Bäcker, Tischler und Autohändler auch. Sich dem "breitesten Massengeschmack" anzupassen, ist nur eine Möglichkeit. Man kann sich auch eine Nische suchen, in der man sich in einer kleinen Zielgruppe einen Namen erschreibt. Oder man experimentiert rein künstlerisch zur eigenen Entfaltung - und akzeptiert, dass es dafür keine breite Leserschaft gibt.
      Aber was gar nicht geht: Dem Publikum was vorzujammern, dass man zu wenig Geld verdient.

      Lustig finde ich Hensels Forderung an die Leser, den Autoren zu schreiben, "dass ihr der Meinung seid, die Bücher seien mehr Wert als 99 Cent, dass die AutorInnen selbst eine bessere Bezahlung als maximal 67 Cent verdienen und dass ihr willens seid, auch das Doppelte, Dreifache, vielleicht auch noch mehr für die Leistung zu zahlen, weil sie euch begeistert haben."
      Ich sehe Herrn Hensel schon beim Bäcker stehen: "Was denn, Ihr Brötchen kostet nur 50 Cent? Das kostet beim anderen Bäcker eine Straße weiter aber 70 Cent! Weniger sollten Sie auch nicht nehmen, Ihre Brötchen schmecken viel besser, die wären mir sogar einen Euro pro Stück wert!"

      Die Bücher deutscher Autoren verkaufen sich im Schnitt innerhalb der ersten beiden Jahre nur 3.000 mal. Die wenigsten Autoren können also von den Büchern allein leben und müssen akzeptieren, dass Schreiben nur eine Nebentätigkeit ist. Da ergeht es den Verlagsautoren nicht anders als uns Selfpublishern. Die Frage, ob wir 99 Cent oder 3 Euro für unsere Werke nehmen, wird daran nichts Grundsätzliches ändern.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Stefan Jacobasch“ ()

      Hallo zusammen und Stefan,

      Ich will deine Argumente nicht von der Hand weisen, Cover, Klappentext etc. – keine Frage und
      :D Der Bäcker wird sich freuen, wenn man ihm 1 € statt 0,50€ in die Hand drückt. Spaß beiseite – sicherlich wird kaum ein Leser schreiben, dass man gerne mehr bezahlen würde - im Gegenteil – günstig abgestaubt.

      Auch über die Benennung und -wertung des „Ramschobjektes Literatur“ kann man trefflich streiten.

      Doch wo ein Bäcker tatsächlich kalkulieren kann – ist das Sp’lern ein wenig schwieriger.

      Klar - Cover kostet ein recht gutes so um die 25,00€ (ich streite mich nicht um Centbeträge :| ), nochmals mindestens den Wert für jemanden der es gestalterisch umsetzt, wenn man sich nicht die Zeit ans Bein bindet – Software vielleicht kostenlos, weil es gute (Photoscape oder Gimp) bereits kostenlos gibt.

      So – wenn ich jetzt den Punkt „Schreibfehler“ anrühre wird es schon kniffliger. Entweder man hat einen guten Korrektor (meine nicht Lektorat – nur damit kein Missverständnis aufkommt) zu Hause, was bei manchen schon schwierig wird, denn es gibt hunderte Gründe ein Familienmitglied nicht zu nehmen, wie z.B. kein Interesse an den Werken (aus welchem Grund auch immer z.B. die Hausfrau, die Erotikwerke schreibt und der Ehemann nur den Sportteil der Zeitung liest :isee:. Erfahrene Autorenkollegen zu bitten, ist auch immer ein heikles Thema – wegen der vertrauenswürdig, nicht das die Geschichte „geklaut“ wird, bzw. Zeitmangel, um nur die gravierendsten Einflüsse zu nennen – ebenfalls ein umfangreiches Diskussionsthema.

      Wenn man das Angebot von Xinxii des Korrektorat mit 3,80€ je Normseite zu Grunde legt und man (um eine relativ realistische Zahl zu nehmen) 380 Normseiten hat, dann sind das 1.444,00€. Das ist in meinen Augen einen riesiger Buchungsposten und den müsste man mindestens erwirtschaften.

      Wenn man mal spitz rechnet und die 0,67 € Verdienst pro ebook annimmt, (1.444,00 / 0,67), dann musst du dafür alleine schon ungefähr 2156 verkaufen.

      Und wie viel verkauft man dann real????

      Sicherlich kann man diese einfache Kalkulation aufmachen, um herauszufinden, mit wie vielen verkauften Büchern ich zumindest plus minus null stehe, aber die Realität stimmt nicht mit den Vorstellungen der zu verkaufenden Anzahl und/oder Marktbedingungen und/oder Erwartungen überein. Demzufolge ist man fast schon gezwungen, sich der „Ramsch-Literatur“ anzuschließen oder wie du es treffend formuliert hast - den breitestens Massengeschmack, aber ist das wirklich der Sinn des SP-Bereich? Geht es nicht einerseits darum, eben „Nischenliteratur“ zu schreiben.
      Mit Durchschnittszahlen wäre ich in dem Punkt auch vorsichtig, da einige SP’ler mittlerweile die etablierten Verlagsautoren in dem Punkt fast schon schlagen (siehe Erotik (BDSM Bereich) – aber auch diese Autoren haben klein angefangen.

      Was ist aber die Alternative? Einen Verlag suchen, der viele Sachen (Korrektorat, Lektorat, Marketing) übernimmt? Soweit ich weiß, muss der Autor dafür einen „Großteil“ seiner Verkaufsmarge abgeben.
      Nebenher ist es eben auch durch den SP-Bereich schwieriger geworden bei Verlagen einen Fuß in die Tür zu kriegen – meist wollen diese bereits so „fertige“ Werke, dass der Aufwand für Korrektorat und Lektorat gering sind. Unabhängig davon greifen viele Verlage auf Übersetzungen oder eben bereits etablierte Autoren zurück – sicherlich auch ein interessantes Thema.

      Für mich persönlich sind Druckkostenzuschussverlagen keine Alternative. Basta!

      Lange Schreibe kurzer Sinn, einerseits wollte ich nur sensibilisieren – weil ich das Thema als solches interessant und erwähnenswert finde, gerade auch zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch.

      Deshalb an dich Stefan ein dickes Danke, dass du mit mir diskutierst :thumbsup: Liebe Grüße Martina

      martinamalenke schrieb:


      Doch wo ein Bäcker tatsächlich kalkulieren kann – ist das Sp’lern ein wenig schwieriger.


      Ja, ein wenig.
      Aber wenn man "bei den Großen" mitspielen will, dann muss man möglichst einen gewissen Standard erreichen.
      Ich habe weder Lektorat noch Korrektorat, aber ein paar sehr aufmerksame Testleser. Das funktioniert auch.

      martinamalenke schrieb:


      Deshalb an dich Stefan ein dickes Danke, dass du mit mir diskutierst :thumbsup:


      Aber gern doch! :D
      Ich schaue nur nicht so oft im Forum vorbei, sollte ich vielleicht regelmäßiger tun...