Rückgaberecht bei e-Books

      Rückgaberecht bei e-Books

      Ich denke gerade über den Sachverhalt nach, dass Amazon seinen Kunden ein siebentägiges Rückgaberecht bei Kindle-e-Books einräumt. Sieben Tage reicht doch dicke aus, ein e-Book zu Ende zu lesen, vor allem, wenn es nur 100 Seiten oder noch weniger umfasst. Und ich habe den Eindruck, dass sich das in der Verkaufsstatistik ausdrückt: die Verkäufe eines unserer Werke waren schon mal doppelt so hoch, als sie derzeit noch dort angezeigt werden. Das Rückgaberecht wird also von vielen kindle-Usern offensichtlich zum Gratislesen missbraucht. Mit anderen Worten: Wir Indie-Autoren werden zwar gelesen, aber nicht verkauft.
      Habt ihr auch diesen Eindruck?

      Nachtrag: Es gibt eine Menge Kollegen, die das bereits als sehr ernstes Problem erkannt haben. Beispiele hier:
      shawnsjames.blogspot.de/2014/0…-amazons-kindle_5031.html

      "Amazon has a generous digital return policy. Seven days is plenty of time to read a book and then return it, basically treating the service like a personal library (abusing it).
      thebawdybookblog.com/discussio…-down-bad-users-accounts/

      "Now I know why I am seeing more and more ‘Units Refunded’ on my sales reports from KDP. The logic defies me, but at least I do know now that some of my books are being read my the most miserable readers imaginable."
      derekhaines.ch/vandal/2012/10/another-amazon-kindle-scam/

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Romanike“ ()

      Tja, das nett man dann "shopping experience". Amazon ist es wurst ob die Autoren dabei was verdienen oder nicht. Für den Kunden ist es ein Argument um bei Amazon einzukaufen.
      Eine gewisse Stornoquote sollte man aber trotzdem immer einkalkulieren, auch Nassauer, die ebooks nur kaufen um sie dann gelesen oder kopiert wieder zurück zu geben. Zum Glück machen das nicht alle so, also muss man abwägen.
      Als Kaufmann - und das ist jeder Autor auch - muss man die Bilanz am Ende ziehen und nicht zwischendurch. Jede Tankstelle, jedes Kaufhaus hat Schwund oder Kunden die das System ausnutzen. Aber davon wird nicht die Existenz abhängen. Auch sind einige Rückgaben evtl. berechtigt - also nicht alle über einen Kamm scheren.
      Viel größer ist die Gefahr, dass du Umsatz verlierst, wenn eine Tauschbörse dein Buch kauft (oder du es dummerweise bei Kindle als Gratisbuch angeboten hast), es hochlädt und dann als Raubkopie zur Verfügung stellt. Ist mir schon passiert...
      Amazon hat übrigens gemeldet, dass man Kunden mit zu hoher Stornoquote kommentarlos das Kundenkonto kündigt. Das sollte den Missbrauch also begrenzen. Aber alle wirst du nie kriegen....
      Du solltest ohnehin versuchen die Einnahmen auf sekundäre Produkte und Dienstleistungen wie Lesungen, Vorträge, Merchandising etc. zu konzentrieren, denn in der heutigen digitalen Zeit ist kein digitales Produkt wirklich schützbar. Das ist der Grund warum wir Musiker auf einmal wieder auf der Bühne sehen. Dein digitales Werk ist nur ein Bestandteil des Ganzen. Du musst mit dem "Drumherum" versuchen diese Lücke auszugleichen statt gegen die Windräder zu kämpfen und den Schnorrern und Raubkopierern hinterher zu laufen.
      Gedruckte Bücher werden nach meiner Erfahrung übrigens fast nie zurück gegeben....
      Ein Grund mehr in jedem Fall auch eine gedruckte Version anzubieten. Du kannst sogar bei Amazon festlegen, dass der Käufer des ebooks hier einen Rabatt bekommt. Das wäre ein Grund mehr für einen Leser, das ebook nicht wieder zurück zu geben sondern ein Upgrade auf Papier zu machen.
      Ab Juni müssen offenbar alle Ebook-Plattformen ein gesetzliches Rückgaberecht einräumen:

      Anders als im Internet bestellte gedruckte Bücher (und sonstige physische Güter) können eBooks derzeit in aller Regel nicht zurückgegeben werden. Möglich macht das eine im BGB festgeschriebene Ausnahmeregelung. Zum 13. Juni tritt aber eine Novellierung des Fernsabsatzrechts in Kraft, mit der es auch für eBooks ein gesetzliches Widerrufsrecht gibt – auf das Kunden allerdings verzichten können. ...
      Aktuell ist es nur bei Amazon.de möglich, eBooks innerhalb von sieben Tagen “zurückzugeben” und das dafür bezahlte Geld erstattet zu bekommen – übrigens eine Praxis, gegen die Autoren in der Vergangenheit schon einmal Sturm liefen. lesen.net/ebook-news/gesetzli…-ab-juni-11711/


      Bedeutet das, dass Xinxii und die Distributoren von Verkaufsplattformen zu Fernleihbibliotheken entarten werden? Wie seht ihr das?

      Romanike schrieb:

      Ich denke gerade über den Sachverhalt nach, dass Amazon seinen Kunden ein siebentägiges Rückgaberecht bei Kindle-e-Books einräumt. Sieben Tage reicht doch dicke aus, ein e-Book zu Ende zu lesen, vor allem, wenn es nur 100 Seiten oder noch weniger umfasst. Und ich habe den Eindruck, dass sich das in der Verkaufsstatistik ausdrückt: die Verkäufe eines unserer Werke waren schon mal doppelt so hoch, als sie derzeit noch dort angezeigt werden. Das Rückgaberecht wird also von vielen kindle-Usern offensichtlich zum Gratislesen missbraucht. Mit anderen Worten: Wir Indie-Autoren werden zwar gelesen, aber nicht verkauft.
      Habt ihr auch diesen Eindruck?

      Nachtrag: Es gibt eine Menge Kollegen, die das bereits als sehr ernstes Problem erkannt haben. Beispiele hier:
      shawnsjames.blogspot.de/2014/0…-amazons-kindle_5031.html

      "Amazon has a generous digital return policy. Seven days is plenty of time to read a book and then return it, basically treating the service like a personal library (abusing it).
      thebawdybookblog.com/discussio…-down-bad-users-accounts/

      "Now I know why I am seeing more and more ‘Units Refunded’ on my sales reports from KDP. The logic defies me, but at least I do know now that some of my books are being read my the most miserable readers imaginable."
      derekhaines.ch/vandal/2012/10/another-amazon-kindle-scam/


      Marcel schrieb:

      Tja, das nett man dann "shopping experience". Amazon ist es wurst ob die Autoren dabei was verdienen oder nicht. Für den Kunden ist es ein Argument um bei Amazon einzukaufen.
      Eine gewisse Stornoquote sollte man aber trotzdem immer einkalkulieren, auch Nassauer, die ebooks nur kaufen um sie dann gelesen oder kopiert wieder zurück zu geben. Zum Glück machen das nicht alle so, also muss man abwägen.
      Als Kaufmann - und das ist jeder Autor auch - muss man die Bilanz am Ende ziehen und nicht zwischendurch. Jede Tankstelle, jedes Kaufhaus hat Schwund oder Kunden die das System ausnutzen. Aber davon wird nicht die Existenz abhängen. Auch sind einige Rückgaben evtl. berechtigt - also nicht alle über einen Kamm scheren.
      Viel größer ist die Gefahr, dass du Umsatz verlierst, wenn eine Tauschbörse dein Buch kauft (oder du es dummerweise bei Kindle als Gratisbuch angeboten hast), es hochlädt und dann als Raubkopie zur Verfügung stellt. Ist mir schon passiert...
      Amazon hat übrigens gemeldet, dass man Kunden mit zu hoher Stornoquote kommentarlos das Kundenkonto kündigt. Das sollte den Missbrauch also begrenzen. Aber alle wirst du nie kriegen....
      Du solltest ohnehin versuchen die Einnahmen auf sekundäre Produkte und Dienstleistungen wie Lesungen, Vorträge, Merchandising etc. zu konzentrieren, denn in der heutigen digitalen Zeit ist kein digitales Produkt wirklich schützbar. Das ist der Grund warum wir Musiker auf einmal wieder auf der Bühne sehen. Dein digitales Werk ist nur ein Bestandteil des Ganzen. Du musst mit dem "Drumherum" versuchen diese Lücke auszugleichen statt gegen die Windräder zu kämpfen und den Schnorrern und Raubkopierern hinterher zu laufen.
      Gedruckte Bücher werden nach meiner Erfahrung übrigens fast nie zurück gegeben....
      Ein Grund mehr in jedem Fall auch eine gedruckte Version anzubieten. Du kannst sogar bei Amazon festlegen, dass der Käufer des ebooks hier einen Rabatt bekommt. Das wäre ein Grund mehr für einen Leser, das ebook nicht wieder zurück zu geben sondern ein Upgrade auf Papier zu machen.


      Ich habe meine eBooks auf einer anderen Plattform eingestellt. Die liefern zwar auch nach Amazon aus, doch mir ist wichtig auf vielen Bücherportalen vertreten zu sein. Wie ich festgestellt habe, sind Amazon Käufer Geizhälse. Die meisten wollen möglichst kostenlos Bücher beziehen, oder meckern wenn der Preis mal etwas über € 3,00 liegt. Was für eine Arbeit dahinter steckt, wollen die gar nicht wissen. "geiz ist geil" Die Werbung hat es ja vorgemacht.
      Auf der anderen Seite habe ich vor wenigen Tagen einen Blog gelesen von jemandem, der bekundete, keine 3-Euro-Bücher bei Amazon zu kaufen, weil Produkte, die so billig weggegeben würden, auch nicht mehr wert sein könnten. Deswegen haben wir jetzt unser Spektrum auf Luxusausgaben zu 15 € erweitert.