Schreibblockaden oder Prokrastination

      Schreibblockaden oder Prokrastination

      Liebe Mitautoren,

      Kennt ihr das auch: man sitzt vor einem leeren Blatt Papier, dass man gerne mit seinen Gedanken und Fantasien fuellen moechte, aber die Gedanken kommen einfach nicht auf das Papier (oder ins Schreibprogramm)!

      In der Psychologie spricht man entweder von Schreibhemmungen oder Schreibblockaden oder sogar von Prokrastination. Habt ihr Erfahrungen damit und wie geht ihr mit solchen "Schueben" um?

      Waere ganz toll eure Meinungen zu lesen.

      Viele Gruesse,
      Daniel
      Hallo Daniel,

      wenn mir nichts einfällt, lass ich erstmal eine Weile vom Schreiben ab. Irgendwann platzt dann der Knoten. Auf Krampf erreicht man ja eh nichts. Ich bin ja auch Vielleserin und lasse mich von andern Indies inspirieren und komme so auf neue Ideen.
      Ich habe ein Arbeitsbuch bei mir, in das ich immer hineinkritzle ... Es wird nicht immer der nächste Bestseller daraus, aber es hilft mir, meine Ideen zu strukturieren, auch für später.
      Für mich gibt es ein ganz einfaches Mittel, eine Schreibblockade zu beseitigen. Ich schalte den PC aus. Und garantiert: Sobald an dem Kasten die Diode ausgegangen ist und ich nichts mehr eingeben kann, kommt mir die perfekte Idee, wie der Text weitergehen muss.
      Hallo,

      danke fuer eure Meinungen.

      Sabine: ich habe fuer jedes Buch eine Art "Storyboard" in einem Schreibbuch/Ringbuch angelegt. Darin skizziere ich den groben Verlauf der Handlungen in Stichworten oder kurzen Saetzen der einzelnen Kapitel auf. Und erst wenn ich mit dem "Storyboard" des Manuskripts fertig bin, gehe ich an den Computer und beginne die Geschichte "runterzuschreiben". Natuerlich bin ich dabei sehr flexible und nehme Aenderungen vor, wo sie anfallen muessen. Aber die Story als Gesamtheit ist dann festgelegt. Somit kann ich mich nicht in der Story selbst verlieren und wenn, finde ich leicht wieder zurueck. Auch nach laengeren Schreibpausen - Blockaden, Faulheit, Prokrastination, etc. - finde ich immer wieder schnell in den Handlungsstrang der Story zurueck.

      Romanike: Sicherlich meinte ich nicht nur das einmalige "es faellt mir nichts ein" Problem. Sondern den ernsten Zustand der (totalen) Schreibblockade, wenn einem tatsaechlich nichts mehr einfaellt oder man hat Ideen, aber sobald man die Haende nach der "Schreibmaschine" ausstreckt, bekommt man dennoch nicht die Finger auf die Tasten. Das Problem taucht bei Schriftstellern und Studenten, die z. B. ihre Diplomarbeiten unter Zeitdruck schreiben muessen verstaerkt auf. Es ist auch in der Psychologie recht bekannt.

      Viele Gruesse,
      Daniel
      Also wenn die Muse aktuell nicht küsst, dann sammel ich immer dann kleine Snippets, wenn mir etwas in den Sinn kommt, was es wert wäre bereichtet zu werden. Irgendwann dann - manchmal nach Jahren - ist genug zusammen um daraus ein Buch zu machen. Wenn man nicht so lange warten will, kann man die Ideen/Gedanken auch in einem Blog posten und später dann zu einem Gesamtwerk zusammen fassen. Ich schätze mal dass ich aktuell an so 10-12 Kurzgeschichten und Sachthemen gleichzeitig schreibe. In jedem Fall sollte man sich imho nicht zwingen "irgendwas" zu Papier zu bringen, wenn es nicht wirklich gut ist. Dann lieber warten. Das kommt schon noch... ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Marcel“ ()

      hm - also direkt schreibblockaden im klassischen sinne hab ich NICHT - mir fällt immer etwas ein. dazu benutze ich seit jahren notizbücher, wo ich mir teile von szenen notiere, titel, sätze, plots, gedanken zu struktur und psychologie meiner werke...

      ich such mir einfach was raus, wo ich gerade LUST drauf habe...und der rest kommt von selbst. meine längeren werke wachsen nach dem prinzip "korallenriff" - und dann setz ich mich irgendwann hin und schreib das "einfach so" runter. es ist dann fast druckfertig, bis auf wenige tippfehler oder zu "nahe" wortwiederholungen, die in meiner riesenschrift seiten voneinander entfernt auftauchten, im typoskript aber einfach zu benachbart sind.

      das einzige, womit ich manchmal kämpfe, ist, dass ich mich in manche situationen als erzähler nicht hineinbegeben WILL, aber weiß, dass ich MUSS, weil meine idee für die geschichte das so verlangt.

      sehr quälend finde ich auch die technische seite - das immer wieder auf fehler untersuchen, die formatierungen checken etc. da könnt ich manchmal ausflippen....*g*. auf meiner subjektiven zeitempfindungsskala habe ich dann den eindruck, ich sitze da seit WOCHEN OHNE UNTERBRECHUNG dran, während es nur ein, zwei stunden sind...

      wenn ich dies bemerke, mache ich was anderes - geschirr spülen, zeitung lesen, altpapier ausmisten etc. - das ist erstens nützlich, und zweitens haut es den gordischen knoten mitten durch.

      Oliver Jung-Kostick schrieb:

      hm - also direkt schreibblockaden im klassischen sinne hab ich NICHT - mir fällt immer etwas ein. dazu benutze ich seit jahren notizbücher, wo ich mir teile von szenen notiere, titel, sätze, plots, gedanken zu struktur und psychologie meiner werke...



      ich such mir einfach was raus, wo ich gerade LUST drauf habe...und der rest kommt von selbst. meine längeren werke wachsen nach dem prinzip "korallenriff" - und dann setz ich mich irgendwann hin und schreib das "einfach so" runter. es ist dann fast druckfertig, bis auf wenige tippfehler oder zu "nahe" wortwiederholungen, die in meiner riesenschrift seiten voneinander entfernt auftauchten, im typoskript aber einfach zu benachbart sind.

      das einzige, womit ich manchmal kämpfe, ist, dass ich mich in manche situationen als erzähler nicht hineinbegeben WILL, aber weiß, dass ich MUSS, weil meine idee für die geschichte das so verlangt.

      sehr quälend finde ich auch die technische seite - das immer wieder auf fehler untersuchen, die formatierungen checken etc. da könnt ich manchmal ausflippen....*g*. auf meiner subjektiven zeitempfindungsskala habe ich dann den eindruck, ich sitze da seit WOCHEN OHNE UNTERBRECHUNG dran, während es nur ein, zwei stunden sind...

      wenn ich dies bemerke, mache ich was anderes - geschirr spülen, zeitung lesen, altpapier ausmisten etc. - das ist erstens nützlich, und zweitens haut es den gordischen knoten mitten durch.

      Es wird nicht immer der nächste Bestseller daraus.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Matthias“ ()